Gute Mutter – Schlechte Mutter

Mutter werden ist nicht schwer, Mutter sein dagegen sehr ….?

Zumindest ist dies manchmal mein menschliches Gefühl vom Mutter-Sein. Ich glaube nicht, dass eine Stute, so ein Gefühl haben könnte – ein Gefühl, dass sie an sich und ihrer Rolle als Mutter zweifeln liesse. Ich glaube nicht, dass sie sich fragen würde, was sie alles falsch macht oder ob sie als Mutter versagt habe. Ich hingegen frage mich das manchmal – genauso wie alle menschlichen Mütter die ich kenne. Gerade wieder bin ich in so einer Situation. Ich will hier nicht über die Umstände dieser Situation schreiben, sondern darüber wie es mir damit geht – über den Herzschmerz, den mir das bereitet.

Ich liebe meine Kinder über alles und doch mache ich Fehler, weiss manchmal nicht, was das Beste für sie ist. Manchmal weiss ich es sogar und ignoriere dieses innere Wissen, handle wider dieses bessere Wissen, weil ich anderen inneren oder äußeren Stimmen folge. In diesem gegenwärtigen Schmerz kommen sehr viele Ängste hoch: dass ich alles falsch gemacht habe, dass meine Kinder ihren Weg nicht finden, dass sie mich nicht mehr lieben, dass sie mich verurteilen, dass mich alle verurteilen …. die Rabenmutter, die Versagerin, die Zerstörerin, die die es nicht verdient hat, die die es nicht wert ist, geliebt zu werden…. Weiterlesen „Gute Mutter – Schlechte Mutter“

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Hell und dunkel – gut und böse

Dualität bestimmt unser menschliches Denken und unsere menschliche Wahrnehmung. Jedes Kind bekommt von klein auf eingetrichtert, was gut und was böse sei. Eigentlich weiss jeder Mensch, wenn er auf die Welt kommt, genau, was gut ist im Sinne von dienlich – und auch was nicht dienlich ist, sowohl für den Einzelnen aus auch für das Gemeinwohl. Es ist einfach eine angeborene, gesunde Grundeinstellung, die auch Tieren habe. Tiere stellen das nicht in Frage und leben einfach so, wie es für sie selbst und ihre Umgebung, welche ihre Lebensgrundlage ist, gut ist. Menschen verschieben, ja verdrehen, diese gesunde Grundeinstellung durch Erziehung, Kultur, Religion. Ich will hier einige Beispiele geben.

Das Kind schreit in der Nacht, wenn es Nähe sucht. Die Eltern sind aufgrund ihrer eigenen Erziehung so verunsichert, dass sie meistens nicht in ihrem Herzen spüren, was der Grund des Weinens ist und was demnach die richtige Handlung wäre. Ich selbst habe zwei Kinder. Mein Sohn ist heute 19 Jahre alt. Er hat viel geschrien als Baby – besonders in der Nacht. Irgendwo in meinem Inneren wusste ich, dass er einfach nur Nähe sucht. Die menschlichen „Ratgeber“ und die Bücher jedoch sagten, dass ich ihn zu sehr verwöhnen würde, wenn ich ihm zuviel Aufmerksamkeit geben oder ihn gar ins elterliche Bett holen würde. Sie gaben mir auch Anleitungen, wie ich es fertig bringe ihn zu „beugen“. Ich lies ihn schreien, gab ihm zwischendurch „Sicherheit“, indem ich rief, dass ich noch da bin oder zu ihm ging – allerdings in immer grösseren Abständen, wie es die Bücher rieten. Irgendwann hat er aufgegeben. Heute schmerzt mein Herz, wenn ich das schreibe und ich habe Tränen in den Augen. Damals habe ich nicht auf mein Herz gehört, habe mich verunsichern lassen durch Verhaltensmassregeln, Rat-SCHLÄGE … meine Güte, was für ein Wort (!). Tipps geprägt von kulturellen Glaubenssätzen – doch die Kultur stellt man normalerweise nicht in Frage. Weiterlesen „Hell und dunkel – gut und böse“

Was kann ICH denn schon tun? ….

Wenn ich all die Missstände sehe in dieser Welt, wie Menschen miteinander umgehen, die Zerstörung der Umwelt, Kriege, Krisen, Armut und Hunger, Kinder die verwahrlost sind, die Gewalt statt Liebe erhalten, Frauen die misshandelt und missbraucht werden, Kindersoldaten, Naturkatastrophen oder auch „im Kleinen“: Burn Out, Mobbing, Depressionen, Jugendarbeitslosigkeit – da frage ich mich schon manchmal: was nützt das schon, was ich beitragen kann?

Die meisten Menschen denken so: „ …ein Tropfen auf den heissen Stein.“, „ein Einzelner kann ja eh nichts erreichen“, „was könnte ich denn schon tun – ich bin klein und unwichtig“. Da ist es wieder das Gefühl von Ohnmacht. Ich pflege dann zu sagen: „Mahatma Gandhi und Mutter Theresa zum Beispiel waren auch nur ein einzelner Mensch. Sie sind einfach ihren Weg gegangen. Sie hatten eine Vision, hatten sicher oft Zweifel, haben einfach immer den nächsten Schritt getan.“ …. „Ja die!…“, denken dann die Meisten und fühlen sich immer noch oder erst recht klein.

Gestern fiel mir ein, dass ich ein viel besseres Beispiel kenne, dafür was möglich ist, wenn man nur einfach will. Da ist diese Frau in Honduras … aber davon später. Weiterlesen „Was kann ICH denn schon tun? ….“

Männerehre. Frauenehre. Kulturprogramme.

Soeben habe ich einen Artikel gelesen über eine hochschwangere Frau, der von Ihrem Ehemann die Nase und beide Ohren abgeschnitten wurde, weil sie sich bei der Polizei über seine Prügeleien beschwert hat. Der Artikel verwies auch auf den Fall eines 16-jährigen Mädchens, die lebend begraben wurde – wegen der Familienehre. Die Fälle haben sich beide in Anatolien abgespielt. Ja klar, das ist ja weit weg – denke Sie vielleicht – und dort an der Tagesordnung. Ja, es ist weit weg, doch es erschüttert mich. Ich muss mir vorstellen, wie diese Frau sich gefühlt hat, wie viel Angst sie hatte – auch und wahrscheinlich gerade um ihr ungeborenes Kind. Auch ich bin eine Frau, auch ich habe zwei Kinder und weiss wie es sich anfühlt, wenn im eigenen Körper neues Leben heranwächst. Wenn ich mich für dieses Gefühl öffne, dann kann ich nicht trennen. Da ist diese Frau nicht weit weg. Das Gefühl ist nicht weit weg, es ist in mir – Mitgefühl nennt es sich. Weiterlesen „Männerehre. Frauenehre. Kulturprogramme.“

Freie Marktwirtschaft

Heute ist der internationale Frauentag. Eigentlich wollte ich mich unter die Frauen mischen, schauen was los ist in der Stadt, auf eine Ausstellung gehen, zu einer Filmvorführung  und was sich so ergibt. Doch dann kam alles ganz anders. Meiner Tochter geht es nicht gut. Deshalb findet mein persönlicher Frauentag bei mir zu Hause statt mit dieser jungen Frau, meiner Tochter. Ich bin einfach da – sie hat Liebeskummer. Darüber möchte ich natürlich nicht schreiben, dann es ist ihre private Sache. Nur soviel will ich sagen: auf beiden Seiten ist der Grund für den Schmerz die Verlustangst. Verlustangst gibt es nur, wenn man nicht im Hier und Jetzt lebt, wenn man – meist aufgrund einer schmerzhaften Erfahrung in der Vergangenheit – befürchtet, dass die Zukunft eine ähnlich schmerzhafte Erfahrung bringt. Es ist ähnlich wie die Existenzangst, über die ich gerade erst geschrieben habe.

Nun, werden Sie sich fragen, was das denn mit der freien Marktwirtschaft zu tun hat. Weiterlesen „Freie Marktwirtschaft“

Angst essen Seele auf

„Angst essen Seele auf“. Seit einigen Tagen begleitet mich innerlich der Titel des Films von Rainer Werner Fassbinder.

Heute hat meine Tochter eine Aufnahmeprüfung für eine Ausbildung. Heute Morgen war der praktische Teil – gerade läuft die schriftliche Prüfung. In der Pause kam sie total deprimiert nach Hause und wollte gar nicht mehr gehen. Sie sagte, dass sie alles vermasselt habe. Sie sagte, ihre Hände haben gezittert, sie konnte die Arbeit nicht mit der gebotenen Sorgfalt ausführen. Die Maschine an der sie gearbeitet hat lief schneller als sie das wollte und sie wusste gar nicht warum. Sie hatte Tränen in den Augen und war voller Verzweiflung. Sie sagte, eigentlich brauche sie ja zum zweiten Teil gar nicht mehr hinzugehen.

Ich spürte ihre Angst, nach dem Abschluss der mittleren Reife den Weg nicht zu finden, der sie weiter führt. Ich sagte ihr, dass sich etwas finden werde, was für sie stimmt. Doch ich spürte, dass meine Worte hier allenfalls beschwichtigen können. Beschwichtigen heisst, dass Gefühle wie Giftmüllfässer im inneren Meer versenkt werden – sie lösen sich dadurch aber nicht auf. Also fragte ich mich: was braucht es jetzt? Weiterlesen „Angst essen Seele auf“

Die Weisheit der Menschen? Über IQ, EQ und SQ!

Menschen haben einen höheren IQ als Tiere – sagen Menschen.

Dann kann  IQ wohl nicht der einzige Massstab für Intelligenz sein. Denn Menschen sind meines Wissens die einzige Spezies auf diesem Planeten, die ihre Umgebung systematisch zerstört, die sich untereinander ohne Not bekämpft, tötet, ausrottet, versklavt. Menschen sind meines Wissens die einzigen Lebewesen auf der Erde, die sich im Allgemeinen nicht bewusst sind, dass sie ein Teil des grossen Ganzen sind, welches sie selbst immer mehr aus dem Gleichgewicht bringen. Das finde ich nicht gerade intelligent.

Menschen wissen zwar, dass ihre ganzen Systeme – die wirtschaftlichen, die sozialen, die politischen – in immer neuen Krisen stecken. Sie wissen zwar, dass Wenige auf Kosten von Vielen leben, dass sie diese Vielen ausbluten, bis irgendwann nichts mehr übrig bleibt. Sie wissen auch, dass sie ihre natürliche Umwelt immer weiter ausbeuten und ruinieren bis der vollständige Kollaps der Öko-Systeme droht. Dies alles wissen sie und sie machen dennoch einfach so weiter. Wenige versuchen die Selbstzerstörung aufzuhalten. Viele bevorzugen es wegzusehen, sich zu betäuben, sich zu beruhigen, so zu tun, als sei ja alles gar nicht so schlimm. Sollte das ein Zeichen von Intelligenz sein?

Pferde verhalten sich da bei Weitem intelligenter – ebenso wie alle Tiere. Ich sehe das jedenfalls so. Man kann also zu dem Schluss kommen, dass der IQ nicht der einzige Massstab ist. Weiterlesen „Die Weisheit der Menschen? Über IQ, EQ und SQ!“