Erinnern wir uns! …. Es ist das Leben!

Heute habe ich in alten Unterlagen gekramt und habe etwas gefunden, das ich vor 10 Jahren geschrieben habe und das immer noch aktuelle ist. Ich sass bei Starbucks an der Börse in Frankfurt. Ich schaute vom Fenster in der oberen Etage auf die Strasse, auf den Strom der Menschen da unten. Ich beobachtete, liess es auf mich wirken. Beobachtete auch meine Gedanken, Gefühle dazu … und begann zu schreiben …

Sie rennen, sie hetzen, sie rennen selbst bei Reden. Es ist eine Schablone – gelegt über das tote Leben um diesen Tod und die innere Starre nicht zu spüren, nicht bemerken zu müssen. Wehe, wenn ein Break eintritt, durch Krankheit, Wochenende, Urlaub … dann droht die Leere spürbar, gegenwärtig zu werden. Also gilt es, auch dies zu deckeln. Krankheit wird weg medikamentiert, Freizeit mit Aktivität gefüllt.

Irgendwann der Burnout, der Zusammenbruch oder auch „nur“ die Frage nach dem Sinn. Was jetzt? Auszeit im Kloster? Vision Quest? Coaching?

„Auszeit“ – das Wort ist interessant. Gibt es eine Auszeit vom Leben? Das Leben ist ein Fluss, der nicht anhält – nicht einmal mit dem Tode, der lediglich den physischen Körper vergehen lässt. Andererseits nehmen die meisten von uns andauernd eine Auszeit vom Leben, denn dieses ganze Gehetze ist doch nicht wirklich Leben!? Es tut nur so. Dieses Rennen ist ohne Herz, ohne Liebe, ohne Freude.

Wenn Kinder rennen und springen, dann tun sie dies aus einem inneren Bedürfnis heraus; sie tun es mit Freude; es ist ihr natürlicher Antrieb. Ihre Seele bewegt ihren Körper und lässt ihn ohne Überlegung und ohne Planung die Richtung finden.

Erwachsene rennen, weil sie sich von äusseren Zwängen gehetzt fühlen. Sie rennen in ihrer Freizeit, weil „man“ etwas „für sich“ tun muss, weil man fit bleiben muss, weil man der vorgegebenen Norm genügen will und will man sonst ein schlechtes Gewissen hat. „Leistungs“-Sport … auch so ein Thema. Schneller sein, besser sein! Gewinnen! Ein bisweilen brutales Geschäft! Ohne Herz!?

Ja, da ist die Freude über einen Erfolg, über einen Siege. Aber was ist, wenn man nicht der/die Beste ist? Freud und Leid liegen so dicht nebeneinander. Schmach! Versagen! Niederlage! Da genügt es nicht, sich zu freuen über die Bewegung an sich, einfach über das Da-Sein.

So ist es auch im Allgemeinen in der Wirtschaft. Besser sein! Erfolgreicher sein! Karriere! Profitsteigerung! Wachstum! Und wo bleibt das innere Wachstum, das Wachstum von Innen?

Der Unterschied zwischen der Energie der Kinder zu derjenigen der meisten Erwachsenen ist, dass ihre Energie von innen kommt. Die meisten Erwachsenen haben sich von dieser Quelle abgeschnitten, wurden abgeschnitten – man nennt das: erwachsen werden. Deshalb meinen sie, äussere Energiequellen anzapfen zu müssen, auch wenn sie sich dessen selten bewusst sind.

Es wird Zeit, dass wir uns erinnern! Daran, dass wir existieren können – besser und nachhaltiger sogar – ohne andere „anzuzapfen“. Es gibt ein logischen, naheliegende Alternative: die eigene Quelle erschliessen, wieder öffnen. Das ist einfach und doch wieder nicht. It’s simple but not easy.

Es ist einfach, weil es „nur“ unserer Bereitschaft bedarf. Und es ist nicht einfach, weil damit auch die allmähliche Bewusstheit verbunden ist, die wir die ganze Zeit vermieden haben, weil viele unbequeme und oft sehr schmerzhafte Erkenntnisse damit verbunden sind. Es gehört dazu die Bereitschaft, sich möglicherweise einzugestehen, dass wird den „falschen“ Weg eingeschlagen haben – nämlich nicht unseren Seelenweg, sondern den der Selbst-Verleugnung und der allmählichen Selbstzerstörung. Oft ist damit die Erkenntnis verbunden, dass wir am falschen Ort sind oder mit dem falschen Partner zusammen sind oder dass wir den falschen Job haben – manchmal alles zusammen.

Wenn wir dies erkennen und weiterleben oder besser gesagt wieder leben wollen, müssen wir die illusorischen „Komfortzonen“ verlassen. Dazu gehört Mut, denn etwas anderes kennen wir nicht oder glauben wir nicht zu kennen.

Oder kennen wir es vielleicht doch, was da auf der „anderen Seite“ wartet?

Woher kommt die Sehnsucht, die sich immer wieder aus dem Herzen meldet?

Da war doch was?

 

Wie war das, als wir selbst noch Kind waren?

Wovon haben wir geträumt?

Wie haben wir uns gefühlt, bevor die Programmierung eingesetzt hat?

 

Erinnern wir uns! Auch wenn es manchmal schmerzhaft ist – es lohnt sich!

Es ist das Leben!

Lasst die Kinder an die Macht – auch die inneren Kinder in Euch!

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Eine Antwort zu Erinnern wir uns! …. Es ist das Leben!

  1. nialebt schreibt:

    Das hast du auch schon vor zehn Jahren sehr schön in Worte gefasst 🙂 Ich glaube, dass es an uns allen ist, diese Erkenntnis irgendwann im Leben wiederzufinden 😉

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