Weg von – hin zu

Ich habe eine amüsante Geschichte gehört:

„Es herrscht Aufregung im Wald! Fast schon Panik. Es geht das Gerücht herum: Der Bär habe eine Todesliste, auf der alle Tiere stünden, die er in nächster Zeit zu fressen gedenke! Es wird gemunkelt, wer wohl auf der Liste stehe. Es wird diskutiert, was man wohl tun könne und überall stehen Gruppen zusammen und tuscheln.

Schliesslich fasst der starke Hirsch einen Entschluss und geht zum Bären. Mutig baut sich der Hirsch vor dem Bären auf, schaut ihm ins Gesicht und fragt: „Sag mal lieber Bär, es wird gemunkelt, dass du eine Todesliste hast. Stimmt das?“ „Ja, dass stimmt!“, sagt der Bär. Weiterlesen „Weg von – hin zu“

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Unsere größte Angst ist …

Vorgestern schrieb ich einen Text zum Thema Grenzen und deren Auflösung, zu Gössenwahn und „Kleinheitswahn“. Die folgenden Worte von Nelson Mandela ein, aus seiner Antrittsrede im Jahre 1994, fielen mir nachträglich dazu ein – und ich finde sie sehr passend:

„Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein. Weiterlesen „Unsere größte Angst ist …“

Mangeldenken oder leben und leben lassen

Eine der weisen Verhaltensweisen von Pferden – überhaupt von Tieren – ist, dass sie sich nur das nehmen, was sie zum Leben brauchen. Menschen nehmen mehr als sie brauchen. Warum?

Nach meinem Empfinden tun sie das aus Mangeldenken und Angst. Ich kenne selbst gut den Mangel an Vertrauen – die Angst, morgen nicht genug zu haben. Ich kenne den Mangel an Sinn – die Angst ohne das Wegschauen, die Leere zu spüren. Ich kenne die Bedürftigkeit, dieses Gefühl von Mangel an Liebe – die Angst, ohne Ablenkung den Schmerz zu spüren. Ich kenne den Mangel an Selbstliebe – die Angst, ohne Prestige oder Anerkennung nichts zu sein. Ich kenne auch den Mangel an Freude – die Angst ohne Ersatzbefriedigung, die Selbstzerstörung zu erkennen. Weiterlesen „Mangeldenken oder leben und leben lassen“

Freie Marktwirtschaft

Heute ist der internationale Frauentag. Eigentlich wollte ich mich unter die Frauen mischen, schauen was los ist in der Stadt, auf eine Ausstellung gehen, zu einer Filmvorführung  und was sich so ergibt. Doch dann kam alles ganz anders. Meiner Tochter geht es nicht gut. Deshalb findet mein persönlicher Frauentag bei mir zu Hause statt mit dieser jungen Frau, meiner Tochter. Ich bin einfach da – sie hat Liebeskummer. Darüber möchte ich natürlich nicht schreiben, dann es ist ihre private Sache. Nur soviel will ich sagen: auf beiden Seiten ist der Grund für den Schmerz die Verlustangst. Verlustangst gibt es nur, wenn man nicht im Hier und Jetzt lebt, wenn man – meist aufgrund einer schmerzhaften Erfahrung in der Vergangenheit – befürchtet, dass die Zukunft eine ähnlich schmerzhafte Erfahrung bringt. Es ist ähnlich wie die Existenzangst, über die ich gerade erst geschrieben habe.

Nun, werden Sie sich fragen, was das denn mit der freien Marktwirtschaft zu tun hat. Weiterlesen „Freie Marktwirtschaft“

Angst essen Seele auf

„Angst essen Seele auf“. Seit einigen Tagen begleitet mich innerlich der Titel des Films von Rainer Werner Fassbinder.

Heute hat meine Tochter eine Aufnahmeprüfung für eine Ausbildung. Heute Morgen war der praktische Teil – gerade läuft die schriftliche Prüfung. In der Pause kam sie total deprimiert nach Hause und wollte gar nicht mehr gehen. Sie sagte, dass sie alles vermasselt habe. Sie sagte, ihre Hände haben gezittert, sie konnte die Arbeit nicht mit der gebotenen Sorgfalt ausführen. Die Maschine an der sie gearbeitet hat lief schneller als sie das wollte und sie wusste gar nicht warum. Sie hatte Tränen in den Augen und war voller Verzweiflung. Sie sagte, eigentlich brauche sie ja zum zweiten Teil gar nicht mehr hinzugehen.

Ich spürte ihre Angst, nach dem Abschluss der mittleren Reife den Weg nicht zu finden, der sie weiter führt. Ich sagte ihr, dass sich etwas finden werde, was für sie stimmt. Doch ich spürte, dass meine Worte hier allenfalls beschwichtigen können. Beschwichtigen heisst, dass Gefühle wie Giftmüllfässer im inneren Meer versenkt werden – sie lösen sich dadurch aber nicht auf. Also fragte ich mich: was braucht es jetzt? Weiterlesen „Angst essen Seele auf“