Ausstieg aus dem Hamsterrad – Leiden oder Leben?

Die Mail einer Freundin und das Gefühl, das ich bekam von ihrer Situation und dem Existenzdruck unter dem sie sich fühlt, erinnert mich an meine eigene Situation vor einiger Zeit. Ich stand unter solch einem enormen finanziellen Druck, dass ich mich wie gelähmt fühlte. Meine Ehe war gerade im Begriff sich aufzulösen, ich war plötzlich allein erziehend mit zwei Kindern und hatte die hohe Miete für ein Haus aufzubringen, an das ich vertraglich für eine längere Zeit gebunden war. Unterhalt bekam ich zunächst keinen, die Erträge aus meiner alten, auf Provisionsbasis verkauften Firma, waren aufgrund der Wirtschaftskrise total eingebrochen. Ich fühlte mich gefangen in einem Hamsterrad von Existenzängsten, Ohnmacht, Wut und Trauer. Zum Ausstieg aus dem Hamsterrad verhalf mir der Satz eines guten Freundes: „Solange du dich als Opfer der Umstände fühlst, wirst du nichts ändern!“ …

Opfer der Umstände! Das ging mir mitten ins Herz. Wie eine Bombe platzte die Ungeheuerlichkeit der Erkenntnis in mir. Weiterlesen „Ausstieg aus dem Hamsterrad – Leiden oder Leben?“

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Auferstehung

Ostern. Menschen haben Feiertage. Menschen haben Religionen. Christen beten einen an, den sie vor zweitausend Jahren ans Kreuz genagelt haben – sagt man. Sie beten das Kreuz an, an dem er hängt, leidend, schmerzvoll, gemartert. Warum beten sie dieses Leiden an? Er sei für sie gestorben, sagen sie. Doch hat er nicht auch soviel Weisheit verkündet? Hat er nicht Menschen empfangen, Kinder, Kranke, von der Gesellschaft Verachtete, alle … ohne Urteil, ohne Arroganz? Warum beten sie nicht diesen an? Den mit den ausgebreiteten Armen

Das Kreuz, der Balken an dem sie seit zweitausend Jahren das Leiden Christi manifestiert haben, schneidet mitten durchs Herz. Der Balken trennt Unterleib und Kopf, trennt Fühlen und Denken. Überall stellen und hängen sie die Kreuze auf, um sich an das Leiden zu erinnern. Sie sprechen von Schuld und Sünde. Sie verurteilen – auch sich selbst. Sie vergessen darüber oft, dass das Leben zum Leben gedacht ist. Vielleicht können sie nicht anders, weil der Balken mitten durch ihr Herz geht. Auch dieser Balken trennt.

Menschen gehen oft so gebeugt, ihre Schultern sind so verspannt. Ihr Rücken ist oft gekrümmt. Kommt das, weil sie ihr Kreuz tragen? Sie sagen auch „Kreuzschmerzen“. Selbst ihre Lieder sind voller Leiden und Schmerz. Manche glauben an das Leben nach dem Tod. Und was ist mit dem Leben vor dem Tod?

Morgen ist Ostersonntag. Der Tag der Auferstehung des Herrn. Wird er, ihr Christus endlich, wahrhaftig, auferstehen? In den Menschen selbst? Ist es das, worauf sie schon so lange warten? Werden die Nägel des Leidens in diesem Balken sich auflösen? Wird er vom Kreuz steigen, die Dornenkrone abnehmen, das Blut wegwischen und lachend, voller Freude, die Arme ausbreiten und das Leben begrüssen?

Auferstehung! Endlich! Werden Menschen bemerken, dass sie das Kreuz nicht mehr zu tragen brauchen? Werden sie ihre Wahlfreiheit nutzen – für ihre Auferstehung im und zum Leben?

Sie brauchen doch nicht einmal etwas zu tun! Nur erlauben! Die Arme ausbreiten und das Leben selbst begrüssen! Es wäre eine Wohltat für alle auf diesem Planeten. Dann ist das Paradies auf Erden.